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Zusammenfassung:

Bei der Medizinischen Trainingstherapie (MTT) ist das Therapiemittel die Bewegung, beziehungsweise der Einsatz von Bewegungsabläufen. Damit kann vor allem die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Bewegungssystems wiederhergestellt werden. Parallel dazu werden auch Funktionsverbesserungen von Kreislauf, Atmung, Nervensystem und Stoffwechsel ausgelöst. Diese durch die MTT hervorgerufene Anpassungsreaktion des Körpers ist auch einer der wesentlichen Unterschiede zur Bewegungstherapie.

WOFÜR MTT EMPFOHLEN IST

Wird die MTT in der Rehabilitation angewendet, ist sie vor allem auf die Verbesserung einer bestehenden Aktivitätseinschränkung ausgerichtet. Die verbesserte Bewegungsökonomie kommt jedoch auch den Versorgungssystemen wie Herz-Kreislaufsystem und Atmungssystem zugute, wobei es auch hier zu Anpassungsreaktionen kommt. In den letzten Jahren wurden die günstigen Effekte regelmäßigen körperlichen Ausdauertrainings auf bereits eingetretene körperliche Schäden, vor allem des Herz-Kreislaufsystems, erkannt.

Prinzipiell kommen in der MTT Methoden zum Einsatz, welche die Ausdauer, die Kraft oder die Koordination verbessern und damit die Mobilität erhöhen. Beispiele dafür sind das Fahrradergometer als Ausdauertraining, oder Kraftmaschinen, Gewichte oder isometrische Übungen gegen einen fixen Widerstand zur Steigerung der Muskelkraft.

Ältere Patienten und solche mit muskuloskeletalen Erkrankungen sollten beispielsweise höhere Wiederholungszahlen (10-15) mit geringeren Gewichten durchführen. Erst wenn mit einem Gewicht mehr als 15 Wiederholungen bis zum Auftreten der Ermüdung möglich sind, soll das Gewicht gesteigert werden, da sonst der Reiz zur Vermehrung der Muskelmasse nachlässt.

In der Regel dauert eine Trainingstherapie zwölf Wochen, wobei ein Ausdauertraining mindesten dreimal pro Woche durchgeführt werden muss. Bei einem Krafttraining genügen zwei Trainingseinheiten pro Woche

Empfohlen ist die MTT für alle Patienten mit Muskeldefiziten bezüglich Ausdauer, Kraft, Kraftausdauer, Koordination. Zum Beispiel

  • nach Einsetzen einer Hüftprothese
  • nach Einsetzen einer Kreuzbandplastik
  • nach Bandscheiben-Operationen und instabiler Lendenwirbelsäule
  • bei Gelenksverschleiß großer Gelenke ohne akute Entzündung

bei allen chronischen Erkrankungen, die in ihrem Verlauf eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit bedingen, wie zum Beispiel Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen oder Tumorerkrankungen